Content Strategy Camp 2019

„Content Strategie und Content Marketing sind in den vergangenen Jahren zu festen Bestandteilen von Unternehmenskommunikation und Marketing geworden.“

So steht es auf der Seite des Content Strategy Camps und so können wir es wohl alle unterschreiben. Und da auch wir zum Thema Content immer auf dem neusten Stand bleiben wollen, haben wir das diesjährige Content Strategy Camp auf dem Mediencampus der Hochschule Darmstadt in Dieburg besucht und einiges aus den veranstalteten Sessions gelernt.

Besonders der offene Diskurs mit Content-Strategen oder -Creatern aus anderen Branchen war dabei spannend und impulsgebend.

 

Erfahrungsaustausch zur Content-Distribution

So ging es direkt in der ersten Session gleich zur Sache, es stellte sich die Frage zur erfolgreichen Content-Distribution. Neben der Tatsache, dass man in vielen Agenturen noch nicht die wirklich geeignete Software gefunden hat, die zur erfolgreichen Distribution beiträgt, stand auch die überall gegenwärtige Frage im Raum, wo sich Content in Kreation und Veröffentlichung hin entwickelt. Auch die Frage, in welchen Bereichen sich automatisierte Texterstellung als nützlich erweist und wo persönliche Nuancen innerhalb des Contents unabdingbar sind, wurden erörtert. Einig war man sich, dass es nie ausschließlich eine der Arten zur Content-Kreation geben kann, sondern dass der Rezipient schlussendlich im Vordergrund steht und die Beziehungspflege zwischen Content-Distributoren und -Konsumenten von entscheidender Bedeutung für Erfolg oder Misserfolg der Publikationen ausschlaggebend sind.

Besonders für uns als Softwareentwicklungs-Unternehmen führte die Session natürlich zu weiterreichenden Gesprächen in den Pausen und wir freuen uns über die Kontakte, die wir machen durften und hoffentlich vertiefen dürfen, um branchenübergreifende Erfahrungen sammeln zu können.

 

Customer Journeys

In der zweiten ausgesuchten Session stellte Christoph Zeidler vor, wie sich SAP der Frage um eine erfolgreiche Content-Strategie genähert hat und welche Ergebnisse sich aus den Recherchen ergeben haben. Die User Journey stand dabei besonders im Vordergrund. Zu ermitteln ist diese nur durch einen Prozess, der das Publizieren und Distribuieren von Content mit dem Messen der erreichten Ergebnisse verknüpft. Vor der Publikation müssen jedoch die Erwartungen und Bedürfnisse der Content-Rezipienten ermittelt werden, der Publizierende muss verstehen, was die User vom entsprechenden Content erwarten oder wie der Content sie in ihren Bedürfnissen einfängt. Erst dann kann geplant und produziert werden und zwar spezifisch für jeden Channel und für jede Zielgruppe. Nach den Stichworten „relevant, engaging und impactful“.

 

Content Audit – Das große Aufräumen

In der Session der Content-Queen Irene Michl ging es vorrangig darum, wie viele Altlasten sich eigentlich in einer Webseite befinden und welche Auswirkungen das auf das Usererlebnis haben kann. Hier wird nicht nur Content identifiziert, der so wenige Clicks produziert, dass wegwerfen effizienter ist als weiterpflegen, sondern auch fehlerhafte Infrastrukturen zwischen den einzelnen Seiten. Die wiederum haben nämlich Auswirkungen auf Suchmaschinen oder eben das Usererlebnis. Sind in einem Archiv Contents gleicher Art immer wieder unterschiedlich aufgemacht, so wird der User vermutlich nicht verstehen, dass er sich in einem gleichen oder zumindest ähnlichen Kontext befindet. Navigations- und Ratlosigkeit machen sich breit und führen dazu, dass der User die Webseite eher verlässt, statt sich weiter auf ihr nach interessantem Content umzuschauen. Im schlimmsten Fall entgehen dem Seitenbetreiber dadurch nicht nur Clicks und Reichweite, sondern potentielle Kunden. Kostenlose Tools wie „Screaming Frog“ und eine feste Zielsetzung helfen dabei, relevanten Content zu identifizieren und diesen in den Fokus zu setzen.

 

It’s not a chicken – Gelingende IT-Kommunikation

In der Session mit dem ansprechenden Titel „It’s not a chicken“ beleuchtete die Kommunikatorin Sandra Aengenheyster die Probleme, die entstehen, wenn IT-ler und Endnutzer aneinander vorbeireden. Obwohl nämlich alle von der eigentlich gleichen Sache – einem Hühnchen – sprechen, hat man dennoch sehr unterschiedliche Vorstellungen von der tatsächlichen Ausführung. Ist ein Hühnchen groß und weiß oder handelt es sich um ein kleines, eher bräunliches Tier steht dabei vergleichend den Fragen gegenüber, ob alle Aspekte eines Projekts gleichermaßen verstanden werden oder ob die entsprechenden Teilnehmer*Innen zwar glauben, vom gleichen zu sprechen, aber buchstäblich aneinander vorbei agieren. Die Bedeutung, die sich in der Softwareentwicklung dadurch ergibt, liegt auf der Hand: Projekte werden in ihren Einzelteilen durchdacht und geplant, schlussendlich kommt es in der Zusammenführung aber zu – im schlimmsten Fall – extremen Schwierigkeiten. Eine eindeutige Kommunikation mit einfachen Regeln kann dabei helfen, die Prozesse zu optimieren. Besonders die Regel „Wenn es zu kompliziert ist, nimm Dir Zeit und mach es einfach“ hat besonderen Zuspruch gefunden.

 

Geschlechtergerechte Sprache – Diversity

In der letzten Session des Tages ging es um die richtige Ansprache innerhalb publizierten Contents als auch in den Unternehmen selbst. Dabei stand auch die Frage im Raum, ob gendergerechte Sprache ein Umdenken in der Handlungsweise gegenüber Frauen und Minderheiten bewirken kann oder ob das Erleben einer gleichberechtigten Gesellschaft auch das Neudenken der Sprache nach sich zieht. Klar wurde schnell, dass es auch hier keine eindeutige Antwort gibt und viel Unsicherheit vorherrscht, welcher Weg der richtige ist. Die Bewusstwerdung der Hintergründe und Folgen jedoch sind Grundvoraussetzung zur gelebten Diversität und natürlich zur Anpassung des Contents und damit schlussendlich zur Akzeptanz bei den Lesern und zur Vermeidung von ShitStorms.

 

Bis zum nächsten Jahr

Klar, mit eindeutigen Antworten sind wir nicht nach Hause gegangen. Wohl aber mit unheimlich vielen neuen Impulsen zu Content-Strategien oder eben auch zu Meinungen und Versuchen, erfolgreich Content zu vermarkten.

Wir danken dem Team des #cosca19 auf jeden Fall herzlich für einen Tag voller neuer Anregungen und Denkweisen, Einblicken in das Wirken anderer Branchen und einen gelungenen Tag und freuen uns auf ein Wiedersehen auf dem #cosca20.