alfa Stylo lernt Indisch

Im letzten Jahr haben wir im alfa Stylo eine Funktionalität freigeschaltet, die hierzulande kaum jemanden interessiert hat. Salopp formuliert heißt es seitdem, dass der alfa Stylo jetzt „indisch könne“.

Es geht vielmehr um indische Sprachen. Über einhundert Sprachen werden in Indien gesprochen. Diese werden von Linguisten in vier verschiedenen Sprachfamilien eingeordnet. Fast achtzig Prozent der Bevölkerung spricht eine der 21 indoarischen Sprachen, wie zum Beispiel Hindi. Die in Südindien verbreiteten Sprachen werden den dravidischen Sprachfamilien zugeordnet, während im Norden und Nordosten den austoasiatischen und tibeto-birmanischen Sprachfamilien zugeordnete Sprachen beheimatet sind. Eine der bekannteren austoasiatischen Sprachen ist das Vietnamesische.

Aus dieser Vielzahl von Sprachen entstanden unterschiedliche Schriftenkreise in Indien. Eine der ältesten Schriften ist die altindischen Brahmi-Schrift, die im 5. Jahrhundert (vor Christus) entstand, und viele Schriften im sogenannten Indischen Schriftenkreis gelten als Nachkommen dieser Schrift. Die Schriften zählen zu den sogenannten Abugida. Dabei handelt es sich um Buchstabenschriften. Die Wörter werden nach einzelnen Silben gruppiert, sozusagen segmentiert.

In Indien werden darüber hinaus auch lateinische Schriften und arabisch-persische Schriften verwendet. Bei Ersterem ist insbesondere Englisch gemeint, bei den arabisch-persischen Schriften zum Beispiel Urdu.

Im alfa Stylo unterstützen wir seit letztem Jahr drei Sprachen aus dem indischen Schriftsystem: Bengali, Malayalam und Tamil. Diese Schriften werden wie die lateinischen Schriften von links nach rechts geschrieben. Groß- und Kleinschreibung wird in den Schriften nicht unterschieden.  Weitere Besonderheiten sind, dass zum Beispiel Vokale nur am Wortanfang als eigenes Zeichen geschrieben werden und Konsonanten durch unterschiedlichste Akzente (diakritische Zeichen) modiziert werden können. Ausgeprägt ist das Zusammenfassen von aufeinanderfolgenden Konsonanten zu Ligaturen, bei denen der unbedarfte Betrachter wenig Ähnlichkeit mit den Ausgangsbuchstaben erkennt. Während der Anwender die Zeichen über die Tastatur eingibt, erfolgt die Umsetzung der Ligaturen voll automatisch.

Damit erreichen wir potentiell in Indien über 300 Millionen Nutzer. In einem weiteren Schritt wird es um die Integration von Hindi in alfa Stylo gehen, eine der überregionalen Amtssprachen in Indien, welche von etwa 370 Millionen Menschen als Muttersprache genutzt wird und von weiteren 150 Millionen als Zweitsprache.

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